Unglaublicher Leichtsinn bei der Erlaubnis von Gentech-Mais
by Wolfgang - Mai 21st, 2008.Filed under: Allgemein, Gentechnik, Monsanto.
Leise und kaum von der Öffentlichkeit bemerkt, hat europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit und anschließend durch die Europäische Kommission die Aussaat von des gentechnisch veränderten Mais Mon810, eines sogenannten transgenen Maises erlaubt. In Deutschland hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) das Verkaufsverbot von Monsantos Gentech-Mais MON810 Ende 2007 aufgehoben.
Dabei konnte man sich durch den kürzlich auf Arte ausgestrahlten Dokumentarfilm Monsanto, mit Gift und Genen ein gutes Bild von den Risiken machen. (siehe auch den Artikel unten). Es gibt nur von Gentechfirmen wie Monsanto selbst erstellte Studien. Bei den Überprüfungen erschienen einige Ergebnisse sogar fragwürdig: “Die Leber des Versuchtieres ist etwas dunkel, aber sieht sonst ganz normal aus.” Davon, das die Leber seziert und innen untersucht wurde, fehlt jede Angabe. Unabhängige Untersuchungen wurden verhindert und fanden in der Kürze der Zeit der Genehmigungsverfahren nicht statt. Auf welcher Grundlage wurde dann die Aussaat erlaubt und das Verkaufsverbot aufgehoben? Alles nicht nachvollziehbar!
Hinzu kommt, das Ende 2007 ohne großen Wiederhall in der Öffentlichkeit die das Gentechnikrecht “novelliert” worden ist. Vor Allem wurde darin für getechnisch veränderten Mais wird ein Mindestabstand gegenüber konventionellen Maiskulturen von 150 Metern und gegenüber ökologischen Maiskulturen von 300 Metern festgesetzt. Nach Expertenmeinung ist das absolut nicht ausreichend und des wird ein Mindestabstand von 800 Metern empfohlen. Das Land Brandenburg hat schon auf diese Empfehlung reagiert und diese 800 Metern per Landesrecht als Mindestabstand eingeführt.
Auch die von Minister Seehofer vorgelegte “Verordnung zur guten fachlichen Praxis” beim Umgang mit gentechnisch veränderten Pflanzen wurde im Bundesrat verabschiedet und gehört zu diesem “Novellierungspaket”. De facto bedeuten die Vorschläge von Seehofer und Bundesrat, dass die Landwirte, die gentechnisch veränderte Pflanzen anbauen, einen Freibrief zur Verunreinigung bekommen.
Spielen denn die Gefahren von gentechnisch veränderten Pflanzen keine Rolle mehr? Ist denn Einwand frei belegt, dass das Hinzufügen von Genen, wie dem Bacillus thuringiensis, unschädlich ist. Immerhin produziert die Pflanze nun ein Gift gegen bestimmte Schädlinge. Oder was ist mit den chemischen Katalysatoren, mit denen die fremden Gene in die Pflanze injiziert werden? Wie wirken die? Oder was ist mit gentechnisch verunreinigten Hybriden, wenn sich transgene Pollen mit vorher unveränderten Pflanzen vermischt haben? Wurde das überhaupt schon mal untersucht? Und wenn die Pflanzen resistenter gegen Pestizide geworden sind, wird doch ganz klar mehr gesprüht. Wieviel Pestiziede vertragen wir denn noch in unseren Nahrungsmitteln?
Und letztendlich noch eine moralische und wirtschaftliche Feststellung: Jeder gentechnisch veränderter Organismus bedeutet ein Patent für den Hersteller. Kann oder darf man in der Natur entstandenes Erbgut patentieren, also zu seinem Eigentum machen, wenn daran herum experimentiert wurde? Und was bedeutet es, ein Patent zu gebrauchen? Schlicht, für die Lizenz ein Entgelt zahlen zu müssen. Das heißt, je mehr gentechnisch veränderte Nahrungsmittelpflanzen verwendet werden und natürliches Saatgut zurück drängen, desto abhängiger wird man vom so genannten Patentinhaber. Es liegt doch auf der Hand, dass Monsanto und andere sich damit eine goldene Nase verdienen und eine absolute Abhängigkeit von ihrem Saatgut erreichen wollen. Ich denke, das muss man sehen und an dieser Stelle unterbinden.
Und dabei ist Mais noch relativ “harmlos”. Was wäre, wenn es bald um Pflanzen geht, deren Pollen Kilometer weit fliegen können. Insofern hat der transgene Mais die erst Funktion eines Türöffners oder
Vorreiters für noch weitere gentechnisch veränderte Nahrungsmittel. Sich die Folgen nur auszumalen, ist schon schlimm genug, ….. 150 Meter Mindestabstand? Die spielen dann für die Vermischung mit natürlichen Pflanzen keine Rolle mehr!
Leider, leider wird das von Minister Seehofer und der Bundesregierung so nicht wargenommen. Angesichts der Risiken sind die Erlaubnis von Mon810 und die Novelle des Gentechnikrechts unglaublicher Leichtsinn und extrem gefährlich! Darum muss Beides sofort wieder rückgängig gemacht werden.
Zum Abschluss noch zwei Hinweise:
Aktuelle Inforamtionen gibt es auf der Gentechnikseite von Greenpeace
Zu dem Thema gibt es auch eine Information der Grünen Bundestagsfraktion.
Mai 21st, 2008 at 18:01
[...] patente die Entwicklung eines neuen Wirkstoff arbeiten hunderte von > Menschen zusammen. Die meisten dieser Projekte führen nicht zu einem > sicheren und wirksame Arzneimittel. Für die allermeisten Patente auf > Stoffe können überhaupt keine Gebühren erzielt werden. > Möglichkeiten großzügig gehandelt. Ich höre immer wieder, das in der Pharmaindustrie Patente sinnvoll sind, allerdings habe ich bis jetzt noch nie ein überzeugendes Argument dazu gehört. Nimmt man z.B. die Geschichte des Penicillin (ein nachweislich überaus wirksamer Stoff), dann findet man nichts, was Patente rechtfertigt. Wenn ich außerdem Berichte sehe, das z.B. möglicherweise 50% oder mehr aller Hustenmedikamente vollkommen wirkungslos sind, dann frage ich mich, welche der ENORMEN Entwicklungsleistungen der Pharmaindustrie denn eigentlich wirklich einen Fortschritt gebracht haben. Alle Argumente für Patente gehen immer davon aus, dass die Arbeit von einer Firma geleistet werden muss. Wer sagt denn das? Die Wissenschaft, die Kultur (Literatur, Malerei, Bau, …) und nicht zuletzt die OpenSource-Szene zeigen, dass durch Zusammenarbeit bessere Ergebnisse entstehen. Auch Entwicklungsleistungen profitieren von vielen kleinen Beiträgen. Die Grundlagenforschung zu den Wirkmechanismen wird wohl auch in Zukunft vom Staat bezahlt werden. Das unsere moderne Wirtschaft nicht von jetzt auf gleich auf Patente verzichten kann ist klar. Die Frage ist jedoch nicht: Was passiert, wenn wir heute Patente abschaffen? Das ist nicht möglich. Die Frage ist: Wie sähe es aus, wenn wir gar keine Patente hätten? Und ich bin der Meinung, das in diesem Fall die Mechanismen der sozialen Zusammenarbeit in Verbindung mit den Mechanismen der Marktwirtschaft viel bessere Ergebnisse erbringen würden. Der einzige Nachteil der patentfreien Gesellschaft, der immer wieder angeführt wird ist die Tatsache, das Patentinformation hinter verschlossener Türe gehalten werden. Da wir diesen Zustand im modernen Patentsystem allerdings auch mit Patenten haben, ist dieses Argument nicht akzeptabel. Und wenn man zu dieser Einsicht gekommen ist, dann kann es nur noch eine mögliche Reaktion geben. – Jede Ausweitung des Patentsystems verhindern. – Schrittweise alle Patente abschaffen (über Jahrzehnte hinweg, z.B. neue Patente immer restriktiver erteilen und alte Patente langsam auslaufen lassen). In unserer Geschichte gibt es genug Beispiele dafür, dass nicht wichtig ist, ob ein Erfinder ein Patent hat oder nicht, sondern vielmehr, ob er clever genug ist seine Idee erfolgreich zu vermarkten. [...]
Mai 29th, 2008 at 18:02
[...] pflanzen> Allerdings frage ich mich warum Pflanzenölfahrer nicht ebenso wie > > > Heizölfahrer Probleme mit der Steuerfahndung bekommen? > > M-I-N-E-R-A-L-Ö-L-steuer > > Der Name ist Makulatur. fast – das Finanzamt kennt die Mineralölherstellung durch das “Bestimmen” von Pflanzenöl als Kraftstoff ( • • • • [...]
Juni 2nd, 2008 at 23:03
Interessant, nimm ich mal zur Kenntnis.